Wetterregeln der alten Seeleute und Piraten

>Zurück zur Geschichte<

Nichts war auf dem Meer so wichtig wie das Wetter. Ein aufkommender Sturm genügte um ein Schiff samt Mannschaft grausam in die Tiefe zu stürzen und nichts ändert sich auf dem Meer so schnell und zuversichtlich wie die stürmische See.

Doch wie bestimmten die damaligen Piraten das Wetter? Es gab ja noch keinen Wetterbericht und nicht jeder spürt den Wetterumschwung in den alten vor Gicht geplagten Gelenken. Ein findiger Navigator kannte daher ein paar Seemannsregeln, an die man sich zu halten hatte, wenn man nicht in einem fürchterlichen  Sturm zugrunde gehen möchte. Diese werden hier nun präsentiert.

Allgemeine Barometer zur Wetterbestimmung

Sturmglas

-Barometer (link noch in Bearbeitung)

 

Maritime Seemannsregeln

 

Wenn das Seegeflügel bleibt am Strand,
Gibt es schönes Wetter.
Zieht sie aber weit ins Land,
„Pfeifen“ bald die Götter.

Vögel galten schon immer als sehr weise Tiere, welche nicht nur unglaubliche Fähigkeiten im navigieren besitzen (Stichwort: Flug in den Süden), sondern sollen auch fähig sein den Luftdruck und somit das Wetter spüren zu können. Wenn die Vögel also den Strand und das Meer meiden, ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Sturm in Anmarsch.

 

Fällt das Glas wie Stein vom Turm,
Dann kommt Sturm

Zurückzuführen auf die alten Barometer. Wenn das Wasser in der Flasche sinkt und in der Tülle steigt, dann herrscht Tiefdruck und ein Unwetter naht.

 

Bei Tiefstand zeigt des Glases Klettern
Vermehrte Kraft von Sturm und Wettern.

Hier wird dies auch wieder deutlich. Bei Tiefdruck klettert das Wasser in der Tülle nach oben und schlechtes Wetter naht.

 

Quelle bei Wikipedia.

 

Folgende Weisheiten stammen aus der Region der Ost und Nordsee und finden daher nur dort Anwendung.

 

Ist die Sonne Abends rot, kennt der Seemann keine Not

Wenn die Sonne Abends rot ist, dann ist gerade eine Schlechtwetterfront vorbeigezogen und vom Westen naht ein neues Hoch, welches für gutes Wetter sorgen wird.

 

Rote Sonne am Morgen, bringt den Seemann Sorgen

Genau das Gegenteil. Das Hoch zieht gerade im Osten ab und eine Schlechtwetterfront naht aus dem Westen.

 

Cirren am Morgen – Regen am Abend.
aber auch:
In Frauen und in Cirren kann man sich irren

Cirren sind Eiswolken in großer Höhe. Ihr aussehen ist hell und fransig (daher auch der Name, denn cirrus heißt im Lateinischen „Locke“ bzw. „Franse“). Im Volksmund werden sie auch Federwolken genannt. Wenn sich diese häufig bilden ist mit einer Warmfront zu rechnen, welche Regen mitbringt.

 

Wenn die Sonne scheint sehr bleich, ist die Luft an Regen reich.
bzw.: Gibt Ring oder Hof sich Sonn und Mond, bald Regen und Wind uns nicht verschont.

Wenn die Sonne sehr bleich ist und von einem hellen Kranz, dem sogenannten Halo, umgeben ist, dann trifft bald eine Warmfront und damit Regen ein.

 

Südwest – Regennest, mit Ostwind schönes Wetter beginnt
oder: Oft gibt der West, schönen Wetter den Rest
oder: Weht der Wind dauernd aus Süden, ist uns bald Regen beschieden

Vorwiegend kommt aus dem Westen die Tiefausläufer und mit den östlichen Winden die Hochdrucklagen.

 

Starker Tau hält den Himmel blau.
oder: wenn am Morgen kein Tau gelegen, warte bis Abend auf sicheren Regen.

Wen das Hochdruckgebiet relativ konstant bleibt dann fallen bei wenig Wind in der Nacht die Temperaturen und Tau entsteht. Wenn kein Tau entsteht, dann könnte ein Tiefdruckfront sich nähern und Regen und Wind mit sich bringen.

 

Je weißer die Schäfchen am Himmel steh´n desto länger bleibt das Wetter schön.

Weiße Wolken entstehen dann, wenn sich wenig Wasserdampf in ihn befinden. (Daher, je dunkler die Wolke, desto mehr Wasserdampf ist enthalten, detso größer die Wahrscheinlichkeit, dass es bald abregnen wird) Bei weißen Wolken ist davon auszugehen, dass der Wasserdampf von der Erwärmung des Bodens stammt nicht von einer nahenden Warmfront.

 

Ander Wind – ander Wetter

Nichts ändert sich auf dem Meer so schnell wie das Wetter. Daher: Jede Windrichtungsänderung bringt ein neues Wetter mit sich.

 

Kreuzen sich die Winde, ändert sich das Wetter geschwinde.

Hier greift die sogenannte „Querwindregel“. Beobachtet werden hierbei die Höhenwinde (das sind die, welche oben an den Wolken abzulesen sind) und die Bodenwinde (die, welche wir spüren). Stehen diese in einem Winkel von 90° zueinander, dann ändert sich das Wetter.

Ob das Wetter sich zum Guten oder Schlechten verändert kann sehr leicht überprüft werden. Hierbei muss sich der Seemann in Bodenwindrichtung aufstellen, so das der Bodenwind von hinten kommt. Kommt nun der Höhenwind von links und zieht nach rechts weiter, dann ist mit schlechtem Wetter zu rechnen. Kommt es hingegen von rechts, dann bringt es schöneres Wetter mit sich.

 

Rain bevor seven, fine before eleven

Eine englische Regel, welche hin und wieder ihre Gültigkeit hat. Es beruht darauf, dass das Wetter sich schnell verändern kann (vor allem bei Westwetterlagen) und dadurch das Unwetter so schnell vergeht, wie es gekommen ist.

 

Quelle: Kanu.de

 

Ich hoffe ihr wisst jetzt ein wenig besser über das Wetter auf dem Meer bescheid. Solltet ihr noch weitere Regeln kennen, dann schreibt es bitte in die Komentarrrre.

 

Freizeitpirat Lucius

 

 

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