Die Vier von der Pier

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Die Vier von der Pier, Pressgeng, CD, Rezension

 

Die Vier von der Pier ist das erste Album der grandiosen Shanty-Band Pressgëng und verströmt eine Menge Freude und Humor. Neben den 11 Titel befinden sich auch noch ein paar Seemanns-Weisheiten. An die Vortragsweise muss man sich vielleicht erst ein wenig gewöhnen, doch wenn man das hat, dann hört man gerne zu und lernt einige neue Dinge. Der pädagogische Mehrwert ist also definitiv gegeben. 🙂 Die Musik ist vielleicht nicht für alle „Mittelalterfans“ geeignet, aber wer Shantys liebt und sich eine humorvollere Interpretation von diesen wünscht, der ist hier genau richtig. Beim wiederholten mal hören habe ich aber die gesprochenen Titel herunter gepackt, einfach weil ich die Musik wesentlich mehr mag. Und bewerten werde ich auch nur die Lieder, welche sich auf der CD befinden. Denn diese interessieren uns Musiker doch eh am Meisten 😉

Trackliste:

 

2. Das schönste Schiff, die Bunte Kuh

Was für die Pulveraffen die Lightning ist, dass ist für die Pressgëng die Bunte Kuh. Ein Loblied auf das schönste Schiff der Welt und eins, welches sofort ins Ohr geht. Vor allem der Refrain überzeugt vollkommen und ein Funken Humor ist auch dabei. Definitiv ein Klasse Lied. 10 von 10 Dublonen.

 

4. Die grünländischen Walfischereien

Ein Lied über den Walfang gehört eigentlich in jedes Seemanns-Repertoire, das Problem ist nur, dass diese Lieder meist traurig enden (aus Sicht des Walfisches versteht sich) und daher haben sich die Pressgëng gedacht, sie erschaffen ein Lied, welches ausnahmsweise mal positiv endet. Und das finde ich auch positiv. Der Walfisch lebt, die Seemänner geht es schlecht und dementsprechend mag ich dieses Lied. Vielleicht ein wenig parteiisch, aber das steht ja nicht zur Debatte 😉 10 von 10 Dublonen.

 

6. Pinne komma ran!

Tja, der arme Pinne wird immer nur verarscht. In diesem Lied geht es um die Arbeit, die Pinne so übernehmen muss und wie die anderen Matrosen ihn ärgern. Die Melodie ist von dem berühmten Shanty „Johnny, Johnny“ (na wer von euch kennts? Wenn nicht gibt es hier die originale Shanty-Version).

Bei diesem Lied hatte die Pressgëng sicherlich den größten Spaß, denn was da alles für dumme Instrumente dabei sind ist echt der Wahnsinn. (inkl. Quitscheente, Hupe, Triangel und vieles mehr) Insgesamt kann man bei diesem Lied nur gute Laune bekommen und dafür gibt es auch 10 von 10 Dublonen.

 

8. Tari Tara

Ja, hier weiß ich nicht ganz was ich davon halten soll. Ein Liebeslied der anderen Art. Pinne singt davon, wie er versucht eine Frau zu verführen und warum es dann immer scheitert. Eigentlich ganz niedlich, aber irgendwie fehlt dem Lied etwas besonderes. Bin aber immer wieder erstaunt wie hoch Pinne singen kann. Ist echt der Wahnsinn 😉 Trotzdem gebe ich nur 7 von 10 Dublonen. Auch weil es das schwächste Lied auf den Album ist.

 

10. Die Frauen und ich

Das nicht alle Matrosen so ein Pech wie Pinne haben, zeigt dieses Lied. Lou ist ein echter Frauenheld und beschreibt (auf sehr humorvolle Art), seine Erlebnisse mit den Frauen. Das Lied ist ganz nett, aber irgendwie fehlt dem Lied ein wenig Abwechslung oder aber ein Shanty-Refrain. Irgendwie ein wenig mehr Pepp. Aber der Text ist verdammt gut und daher gibt es 8 von 10 Dublonen.

 

12. Piet Bull

Das bekannteste Lied der Pressgëng und auch ein Lied wo sich die Pressgëng ein wenig über die Piraten lustig macht. Das original stammt von Johnny Cash und heißt. Sam Hill. (Eine schöne Version findet ihr >hier< von der Irish-Folk Band „The Porters“). Ähnlichkeit hat auch der alte Shanty „Captain Kidd“, welchen ihr >hier< hören könnt. Und nicht zu vergessen gibt es auch noch die Country-Verison von den Pulveraffen, was ihr >hier< findet oder aber die Version von den Plankensänger die es >hier< gibt. Man merkt also, dass das Lied bzw. das Thema mehr als nur beliebt ist. Und allein der Name Piet Bull ist schon der Hammer. Hier muss es einfach 10 von 10 Dublonen geben.

 

14. Geh, Junge, geh!

Ein waschechter Arbeits-Shanty. Das Lied mag sicherlich nicht jedermanns Sache sein, aber für mich sind es genau die Lieder welche ich mag, denn exakt so könnten sich die Shantys auf See angehört haben. Das hat etwas authentisches an sich. Keine Instrumente, ein guter Arbeitsrhytmus und ein Vorsänger samt Chor. Genau so muss das sein. Hier gebe ich daher ebenfalls 10 von 10 Dublonen.

 

16. Rosa Bonsche Insel

Für mich das lustigste Lied auf den Album. Das Schlaraffenland der Seeleute. Irgendwo auf dem Meer gibt es eine Insel, wo quasi das Paradies herrscht. Der Regen schmeckt nach Kakao, der Wasserfall ist aus Gin, das Meer besteht aus Rum und dazu hat man im Puff Rabat. Wer will nicht da hin? Allein auf so einen Blödsinn zu kommen verdient schon Anerkennung. Dazu ist auch die Melodie rundum gelungen und auch hier kann man volle 10 von 10 geben.

 

18. Die Meerjungfrau

Ein bekannter Shanty in deutscher Version. (Na wer kennt das original? Wenn nicht gibt es >hier< eine schöne Coverversion vom Original). Außerdem ein Shanty, welcher sehr genau ist und exakte Angaben macht. Und es geht um eine Meerjungfrau, welche schlimme Dinge prophezeit, die dann natürlich auch eintreten. Das Lied hat einen der mitreißendsten Refrains die ich kenne. Wer da nicht mitsingen will, der muss mit Musik nichts anfangen können. Ein wirklich richtig gutes Lied, welches 10 von 10 Dublonen verdient.

 

20. Klabautermann

Das Lied zu meinem Maskotchen. 😉 Nur ein wenig traurig und auch ein wenig gemein. Einen Klabautermann sollte man lieber nicht verärgern. Das weiß doch eigentlich jeder Seemann. Die Pressgëng jetzt auch, denn erst wenn er weg ist spürt man wie sehr man ihn braucht. Ein tolles Lied, was auch 10 von 10 Dublonen von mir bekommt.

 

22. Leichte Mädchen, schwere Jungs

Und hier wurde auch wieder ein alter Shanty umgedichtet. „Botany Bay“. In dieser Form stellt es das Abschlusslied dar und dieses ist extrem gelungen. Wohl stimmungsmäßig der Beste Hit auf der Scheibe. Und wenn ich irgendwo mal ein paar Piratenlieder spiele, ist das auch immer mein Abschiedstitel. Die Pressgeng hat hier echt ein Meisterwerk geschaffen. 10 v0n 10 Dublonen

 

Fazit: 9,5 von 10 Dublonen

Dieses Album macht für mich wirklich alles richtig. Ich liebe Shantys und ich steh auf humorvolle Texte. Hier verbindet sich beides zu einer extrem frischen und neuen Brise und keins der Lieder klingt wirklich ähnlich. Ohne die gesprochenen Texte (welche aber ebenfalls sehr interessant sind) höre ich dieses Album genauso wie die Pulveraffen-CDs auf und ab. Wer mit Shantys aber nichts anfangen kann sollte beim kauf aber ein wenig vorsichtiger sein. Die Pressgëng entsprang eher der deutschen Seemannsmusik, während die Bands wie Pulveraffen eher aus dem Irish Folk kommen und Bands wie Vroudenspiel aus der Mittelaltermusik. Aber genau diese Frische und Vielseitigkeit liebe ich an der Piratenmusik. Dort vereinen sich viele Stile miteinander und so wird es niemals langweilig.

 

Kennt ihr auch dieses Album? Dann schreibt mir eure Meinung ruhig in die Komentarrrre.

Freizeitpirat Lucius

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